Lille Blåmann, die zweite: Nachdem unsere Erstbesteigung im Februar ja leider an extremem Wind und fieser Kälte gescheitert ist, haben wir uns zu einem neuen Versuch aufgemacht. Diesmal auf Skiern und in Begleitung von Raphael und Kathi, zwei Freunden von Raimo, die aus Deutschland zu Besuch waren. Leider waren wir auch diesmal nicht von besten Bedingungen verwöhnt: es war zwar bei weitem nicht so kalt wie beim ersten Mal, dafür aber bewölkt und diesig. Raphael und Kathi, ein bisschen weniger fanatisch als wir, haben sich nach der halben Strecke wieder an den Abstieg zum Auto gemacht. Raimo und ich haben uns weitergekämpft, um diesmal den Berg zu besiegen. Man hat ja seinen Stolz. Um es gleich vorweg zu nehmen: auf dem Gipfel waren wir wieder nicht. Diesmal waren es die Wolken und die einbrechende Dunkelheit, die uns an den letzten paar hundert Metern gehindert haben. Unten seht ihr mich, im Nebel des Grauens!
Storgalten: Kaum entmutigt von dieser Aktion haben wir uns am nächsten Tag gleich wieder aufgemacht. Diesmal in die Lyngen-Alpen. Das ist ein Gebirgszug auf einer Halbinsel östlich von Tromsø. Nach einer Weile im Auto, einer kurzen Reise auf der Fähre und noch ein bisschen Autofahren waren wir auch schon da. Diesmal hat es das Wetter zum Glück gut mit uns gemeint: die Sonne schien, der Himmel war blau und der Schnee war fantastisch. Eva, Pim, Raimo und ich haben uns also an den Aufstieg gemacht. Der Berg, den wir uns ausgesucht hatten, hat zwei Gipfel. Einen kleineren, den Lillegalten, und einen großen, den Storgalten. Enthusiastisch wie immer hatten wir den Storgalten angepeilt. Auf halbem Weg nach oben wurden wir dann von zwei Norwegern auf Touring-Skiern überholt, die einigermaßen beeindruckt waren, dass wir auf Langlaufskiern und ohne Felle den Berg hochgekommen sind. Diese beiden Tüchtigen -wir konnten zusehen, wie sie in der Ferne immer kleiner und kleiner wurden- haben jedenfalls die Seite des Storgalten in Angriff genommen. Und so schnell sie vorher waren, so erschreckend langsam wurden sie bei diesem Aufstieg. Das hat uns dazu bewogen, von der Besteigung des Storgalten Abstand zu nehmen und uns an seinen kleinen Bruder zu halten. Doch schon der war zuviel für uns: an der Spitze war wieder soviel Eis und so starker Wind, dass wir auf das Ganzobengefühl verzichten mussten. Dafür hat die Abfahrt durch den Tiefschnee nur etwa eine Stunde gedauert. Und zuhause haben Kathi und Raphi schon mit dem Essen gewartet - quasi der perfekte Ausflug. Auf dem Bild seht ihr Pim, Raimo und Eva vor dem Storgalten.
Somarøy: Ein hübsches kleines Inselchen vor der Küste von Kvaløya. Dorthin sind wir ausgeflogen, erstens wegen der schönen Landschaft (wir waren am Strand!) und zweitens wegen der Sauna in der Ferienhütte der Uni, die Freunde von uns gemietet hatten. Ein sehr schönes Haus, direkt am Meer. Diese Tatsache haben wir auch ausgenutzt. Ja, ich war schwimmen! Wobei das wahrscheinlich zuviel gesagt ist. Rein und raus in fünf Sekunden. Aber immerhin. Das Wasser ist schon ziemlich kalt, aber das Gefühl war ein interessantes. Meine Füße habe ich noch eine Weile danach nicht vollständig gespürt, aber nun ist alles wieder wie es sich gehört.
Auf dem Bild seht ihr mich mit Raphael, Raimo, Eva und Kathi auf dem kleinen Berg, den wir auf Sommarøy noch beklettert haben, um uns die Sauna zu verdienen.
Der Rest der Woche verging mit Kochen, Schlafen und Nordlichterjagen. Zumindest bisher bin ich mit meinen Ferien zufrieden.
In Norwegen sind bereits heute mit dem Gründonnerstag die Osterfeiertage ausgebrochen. Auch am Karsamstag werden die Geschäfte nur eingeschränkt öffnen, und ganz allgemein werden für die kommenden fünf Tage in ganz Norwegen die Bürgersteige hochgeklappt. Über die Feiertage belädt Søren-Normalnorweger nämlich sein Auto mit Essen, Alkohol, Kindern und Skiern und fährt auf die Familienhütte in den Bergen um dort mit Freunden Ski zu laufen und sich zu betrinken. Für die Hiergebliebenen bedeutet das geschlossene Geschäfte, eingeschränkten bis nicht mehr vorhandenen Bus- und Fährendienst und entvölkerte Innenstädte. Also im Grunde nicht anders als zuhause.
Zusätzlich zu dem Album über den Ausflug in die Lyngen-Alpen gibt es noch ein Album mit Schneebildern (siehe rechte Randspalte). Inzwischen wird es wärmer, und es beginnt zu tauen, aber bis letzte Woche sah es hier so aus, wie auf den Fotos zu sehen.
Ich wünsche euch allen frohe Feiertage und schönes Frühlingswetter. Habt eine schöne Zeit und genießt die Ferien. Ich grüße euch alle ganz lieb und wünsche frohe Ostern und god påske!
Frohe Ostern, liebe Anna!
AntwortenLöschenIch fahre morgen auch nochmal in den Schnee, ganz so viel wie bei euch wird es im Ösiland allerdings wohl nicht mehr geben ;)
Nutze die hochgeklappten Gehsteige doch für ausgedehnte Oster-Brunches ;)))
es drückt dich,
deine Eva