Die Kücheninspektion haben wir wider Erwarten bestanden! Kaum zu fassen, aber das mit dem aus Versehen putzen ist tatsächlich wahr geworden. Ida, meine norwegische Mitbewohnerin, schreibt nächste Woche eine Klausur und ist im Rahmen ihrer Arbeitsvermeidungsstrategie über die Küche hergefallen. Das muss eine wirklich unerfreuliche Prüfung sein, denn sie hat sogar die Mikrowelle geputzt - ich hätte nicht gedacht, dass der Belag an den Wänden da nochmal abgeht, aber sie hat es geschafft!
Ich habe mich dann um den Ofen gekümmert. Nachdem ich das Kohlevorkommen im hinteren Teil weitgehend abgebaut hatte, musste ich aber mehr oder weniger aufgeben. Obwohl ich mich nahe an ein Carpaltunnelsyndrom herangeschrubbt habe, ging der Dreck nicht ab. Ich war nur mit Badreiniger bewaffnet, und ohne eins von diesen Sprays aus dem Teleshopping-Kanal mit "Power-", "-master" oder wenigstens "Oxi-" im Namen war da einfach nichts zu wollen.
Ich habe den -vermutlich allzu vergänglichen- Glanz unserer Küche zum Anlass genommen, schnell ein Foto zu machen:
Das ist die Wohnzimmerseite der Küche. Wenn ihr euch jetzt ein wenig nach rechts dreht, seht ihr die Küchenzeile und den Kühlschrank. :-)
Weil wir schon dabei waren, haben wir dann auch noch die beiden Schränke im Flur ausgeräumt, wo Putzzeug und... nun ja... Zeug ganz allgemein untergebracht sind. Wir haben radikal sortiert und die Hinterlassenschaften von Generationen von Austauschstudenten entsorgt. Jetzt kann man die Schränke auch wieder aufmachen, ohne dass man von dem Mief, der rauskommt, und den Sachen, die einem entgegenfallen, erschlagen wird.
Das mit dem Langlaufen... Vermutlich nervt es schon, dauernd davon zu hören, aber wir machen im Moment tatsächlich kaum einen Ausflug ohne Skier. Am Montag hatte ich meinen bisher spektakulärsten Sturz. Wir sind einen ziemlich steilen, relativ langen Abhang runtergefahren, und das mit dem Anhalten wollte wieder nicht so recht klappen. Ich bin gefallen, hab mich zweimal seitlich überkugelt und konnte mich dann zum Glück mit dem Gesicht an einem Schneehaufen festhalten... Passiert ist mir kurioserweise wieder nichts, bis auf ein paar Schrammen im Gesicht, die aber auf Fotos so läppisch aussehen, dass ich sie hier nicht zeigen werde. Wenn ich mit optisch weniger enttäuschendem Ergebnis stürze, werde ich ein Album machen, versprochen.
Gestern Abend waren Raimo, Julia und ich nochmal auf Kvaløya, eine andere Loipe im Süden der Insel ausprobieren. Als wir ankamen, zeigte das Thermometer im Auto minus zwanzig Grad. Weil wir aber keine Memmen sind, sind wir trotzdem losgelaufen und wurden mit großartigen Nordlichtern belohnt. Diesmal gibt es sogar ein paar Fotos; allerdings nicht allzu viele, weil die Kälte den Kamera-Akkus immer sehr zusetzt. An uns sind die Extrem-Temperaturen auch nicht spurlos vorübergegangen. Auf unseren Wimpern hat sich Raureif gebildet, und unsere Haare sind vereist.
(Dazu gibts auch ein Album, sobald ich die Bilder von den anderen habe.)
Das Wetter ist seit heute leider wieder schlechter. Der Sonnenschein hat sich verabschiedet und einer breiten Wolkenfront Platz gemacht, die uns seit heute morgen durchgehend mit Schneefall erfreut. Zumindest sieht alles wieder schön und sauber aus. Der alte Schnee war schon etwas abgenutzt.
Im Praktikum haben wir heute die Rettungsleitstelle besucht und den Hubschrauber besichtigt. Verblüffend, dass so ein Gerät von der Größe eines Kleintransporters fliegen kann. Angeblich können einige von uns im Rahmen der Katastrophenübung in zwei Wochen auch mal mitfliegen. Ich bin nicht sicher, ob ich das hoffen soll oder nicht.
Ansonsten: Wie in der Überschrift schon angedeutet, bin ich morgen schon zwei Monate hier. Das kommt mir einerseits verblüffend lang vor - auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gefühl, schon immer hier zu sein. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich euch angemessen fehle.
Soweit. Ich grüße euch alle und wünsche euch eine schöne Zeit!
Ja du fehlst mir!
AntwortenLöschenUnd weiter so, ich mag mehr von dir lesen ;)
liebste Grüße,
Eva