Dienstag, 16. März 2010

Besuch, Teil zwei

Die andere Hälfte der unglaublichen Spiel-Spaß-Spannungs-Woche mit Anja:

Skifahren in Kroken: Wie geplant sind wir am Sonntag ins Mini-Skigebiet auf dem Festland gegenüber gefahren und haben uns zu einem neuen Gipfelsturm aufgemacht. Damit das alles nicht so schwierig wird, haben wir uns vom Schlepplift auf fünfhundert Meter hochschleppen lassen. Ich bin zwar tausend Tode gestorben -diese Dinger wackeln wirklich ganz ekelhaft, und Rausfallen auf halber Strecke wird nicht empfohlen- bin aber unfallfrei oben angekommen. Wir sind noch ein ganzes Stück weiter bis zum Gipfel, um uns von dort dann an der Flanke des Berges entlang Richtung Tal vorzuarbeiten. Das ging auch sehr gut, der Schnee war prima und das Wetter einfach toll. Nur beim Abstieg ins Tal haben wir leider unsere Langlaufbretter mit Abfahrtsskiern verwechselt, was zu beeindruckenden Stürzen führte. Nachdem wir mit unserem Stunt-Spektakel die anderen Langläufer auf der Strecke fertig belustigt hatten (die Feiglinge sind den Berg hoch statt runter gelaufen!) kamen wir dann, ziemlich zerstört und die Klamotten bis zum Rand mit Schnee gefüllt, wieder am Auto an. Lustig wars trotzdem, und verletzt hat sich keiner.
Die Dame, die nach unserem erfolgreichem Etappen-Absturz den Hang hinunter dieses Foto von uns gemacht hat, kommentierte übrigens nachdem sie uns zu ende ausgelacht hatte: "Tøff avgang!" (etwa: "Krasse Abfahrt!")



Die Hurtigruten: Am Montag haben Anja und ich dann eine Bootstour unternommen. Weil die Tour mit einem wirklichen Ausflugsboot einfach unverschämt teuer gewesen wäre, haben wir stattdessen eine Fahrt mit einer Fähre der Hurtigruten gemacht. Man kann sich das Ganze wie einen Bus auf dem Wasser vorstellen, der verschiedene Städte entlang des Fjords ansteuert. Von Tromsø aus sind wir über Vikran und Tennskjær nach Lysnes gefahren und dann den umgekehrten Weg zurück. Zum Sich-das-besser-vorstellen ist das hier mal auf der Karte abgebildet.



Auch hier hatten wir unverschämtes Glück mit dem Wetter. Im Album sind einige der viel zu vielen Fotos, die ich vom Schiff aus gemacht habe.

Das Polarmuseum: Kaputt und lahm von den sportlichen Aktivitäten der letzten Tage (irgendjemand sagte was von "Kampflanglaufen") haben wir uns heute wieder der Kultur zugewandt. Das Polarmuseum ist in erster Linie der Verehrung und Verherrlichung der großen norwegischen Arktis-Forscher Fridtjof Nansen und Roald Amundsen gewidmet. Man kann neben Nansens Taschenmesser auch Amundsens Feuerzeug bestaunen und außerdem das einzig übriggebliebene Trümmerteil des Flugbootes, in dem er 1928 verschollen ist. Unterhaltsam und lehrreich!

Das Extra: Was wir kaum zu hoffen gewagt hatten, ist doch wahr geworden: wir haben es tatsächlich geschafft, noch ein paar Nordlichter für Anja aufzutreiben. Mit völllig ungerechtfertigtem Besitzerstolz konnte ich ihr gestern Abend auf der Loipe in Kvaløya eine recht hübsche Aurora borealis zeigen. Damit ist die Liste von Dingen, die wir hier vorhatten, so gut wie abgearbeitet. Nur aus Rentiere-Sehen und Hundeschlitten-Fahren ist leider nichts geworden. Aber man kann ja nicht alles haben.

Morgen ist es dann auch schon wieder vorbei mit Besuch. Tromsøs Sehenswürdigkeiten sind besichtigt, eine aufregende Woche ist viel zu schnell vergangen und Anjas Flugzeug fliegt Morgen viel zu früh nach Oslo.
Ich grüße euch alle und hoffe, dass der Frühling bald nach Deutschland kommt. Und wer jetzt immer noch nicht glaubt, dass sich ein Besuch hier lohnt, kann ja Anja fragen. :-)

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