Langlaufpläne: Auf vielfachen Wunsch Einzelner habe ich mich entschlossen, doch noch ein Paar Langlaufskier zu leihen. Das geht hier sehr preisgünstig in der Sporthalle der Universität. Man bekommt Skier, Stöcke und Schuhe für die ganze Saison, die gruseligerweise bis Mitte Mai dauert, was nichts gutes für das Frühlingswetter ahnen lässt. Tatsächlich fehlt jetzt nur noch der Schnee, um einen weiteren Sport kennenzulernen, den ich wahrscheinlich nicht leiden kann. :-)
Gestern Abend hat endlich jemand das richtige Nordlicht angemacht: Ich hatte schon beim Nachhausekommen gesehen, dass der Himmel sehr klar war, und deshalb auch die Aurora-Vorhersage im Auge behalten (ja, sowas gibt's tatsächlich: http://www.gedds.alaska.edu/AuroraForecast/Default.asp). Als die dann "active activity" meldete, habe ich mich nach draußen bemüht, als tatsächlich etwas zu sehen war, sofort alle angerufen und als sie dann kamen, mit meinen beiden Nachbarinnen Anneleen und Claudia das Nordlicht bestaunt. Es war wirklich wunderschön. Deutlich heller und größer als beim ersten Mal und in langsamer, fließender Bewegung. Wir waren über eine Stunde draußen unterwegs und haben das Nordlicht von verschiedenen Stellen aus beobachtet, bis wir komplett durchgefroren waren. Leider wohnen wir in einer ziemlich dichtbesiedelten und damit hellen Gegend, wodurch die Aurora nicht so gut zu sehen ist. Die Fotos sind darum auch immer noch nicht besonders aussagekräftig. Trotzdem, für die ewigen Zweifler unter euch:

Noch eine Wanderung: Weil manche Menschen aus Schaden nicht klug werden und außerdem für heute gutes Wetter angesagt war, haben Raimo und ich uns entschlossen, noch eine Tour auf die Nachbarinsel Kvaløya zu unternehmen. Wir haben uns einen hübschen, nicht allzu schwierigen Berg ausgesucht, den "Lille Blåmann". Der "Kleine Blaumann" ist im Gegensatz zu seinem großen Bruder nur um die neunhundert Meter hoch und nicht sehr schwer zu besteigen. Zu unserem Leidwesen mussten wir bei unserer Ankunft feststellen, dass der Weg, den wir nehmen wollten, von einer halbmeterdicken Eisschicht bedeckt war. Natürlich haben wir uns vom gletscherhaften Aussehen unserer Route nicht abschrecken lassen und sind trotzdem los. Ich hatte mir zum Glück vorher im Sportgeschäft Spikes für meine Schuhe besorgt, die den Aufstieg erst möglich gemacht haben. Raimo besitzt seinerseits albern aussehende aber sehr nützliche Schneeschuhe. Wir sind also aufgestiegen, und bis auf die vereisten Flächen war es tatsächlich nicht sehr anspruchsvoll. Die Sonne schien und der Himmel war blau, der Schnee war weiß und... ihr wisst schon. Schön wars.
Das einzige, womit wir nicht so richtig gerechnet hatten, war der Wind. Je höher wir kamen, desto schlimmer wurde es. Ich glaube, ich bin noch nie bei so fiesem Wind draußen gewesen, geschweige denn auf einem Berg. Es wurde unglaublich kalt, und der Pulverschnee, der im Sturm aufgewirbelt wurde, tat auf der Haut und in den Augen weh. Um es kurz zu machen: wir waren wieder nicht ganz auf dem Gipfel sondern haben im Rahmen einer Heute-sind-wir-mal-vernünftig-Maßnahme die Besteigung auf knapp achthundert Metern abgebrochen. Was hier jetzt nach einem furchtbaren Alptraum klingt, war übrigens eigentlich eine spannende und lustige Wanderung, nur ganz so kalt hätte man es nicht gebraucht.
Hier eine Liste von Dingen, die uns auf dem Berg weggeweht und auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind:
1. Ein Busplan der Linie 24
2. Eine gelbe Plastiktüte
3. Der Beutel für Raimos Schneeschuhe
4. Eine Tüte mit zwei belegten Broten.
Außerdem verloren gegangen sind fünf von insgesamt zwölf Spikes.
Als wir zurück zum Auto kamen, haben wir uns erstmal reingesetzt und bei laufendem Motor aufgewärmt. Das Wasser in meiner Flasche war zu diesem Zeitpunkt schon gefroren. Raimos Hände waren so kalt, dass er sich seine Schuhe nicht mehr zubinden konnte. (Ich hatte zwei Paar Handschuhe an. Konnte noch alles zubinden.)
Inzwischen sind wir beide über mehreren Tassen Tee wieder aufgetaut. Alles lässt sich wieder bewegen wie gewünscht und wir suchen schon den nächsten Berg, dessen Gipfel wir fast erreichen.
So kalt war es übrigens:
Ihr seid alles Rumheuler!
AntwortenLöschenHey Liens,
AntwortenLöschenseeehr schicke Fotos! Ich glaub ich muss auch unbedingt mal nach Norwegen ;-)
Stirb mir bitte nicht weg bis März. Zieh dich immer brav warm an.
In Köln ist selbst der Winter vor dem nahen Karneval geflohen :-)
Viele Grüße
Anja
Bis März! Ja danke! ;-)
AntwortenLöschenfleißige bergsteigerin!
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