Samstag, 30. Januar 2010

Kinder, Kaffee, Krapfen

Und wieder einmal ist es Zeit für eine kleine aber feine Zusammenfassung:

Das Babysitten: Wie erwähnt habe ich vergangenen Samstag meine Premieren-Vorstellung als Babysitter gegeben. Und, ohne übertreiben zu wollen, das Publikum war hingerissen! Ich muss dazu sagen, dass die beiden Kleinen ihr bestes Feiertags-Benehmen vorgeführt und mir damit die Sache ungemein erleichtert haben. Außerdem haben die Eltern es praktischerweise so eingerichtet, dass ein Abend mit dem Babysitter ein wahres Ereignis darstellt, mit länger Aufbleiben und Salzstangen. Ich hatte also leichtes Spiel.

Arbeiten im Driv: Eine weitere Premiere diese Woche. Seit letztem Sonntag bin ich offiziell ein Freiwilliger im Studentenhaus Driv. Das ist eine Einrichtung von der Größe des E-Werks, die komplett von ehrenamtlich arbeitenden Studenten verwaltet wird. Es gibt mehrere Bühnen, zwei Bars und ein Café. Jede Woche finden Parties, Konzerte, Lesungen und so weiter statt, die meistens auch sehr gut besucht sind. Ich arbeite im Café und in einer der Bars. Wiederum nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit: als aktiver Freiwilliger und damit Inhaber eines entsprechenden Ausweises, bekomme ich alles etwas billiger, was die Bierpreise nicht gerade erträglich, aber zumindest erschwinglich macht.

Offizielle "Rückkehr der Sonne" Feier: Da das Wetter letzte Woche zu schlecht und daher die Sonne nicht zu sehen war, hat das International Office uns diese Woche eingeladen, die Rückkehr der Sonne ganz traditionell mit Tee und "Solboller" zu begehen. Solboller ("Sonnenbrötchen") sind Krapfen, wahlweise mit Himbeer- oder Vanillefüllung.
Das ganze fand im Institut für samische Studien der Universität statt. Dort gibt es nämlich eine Art Wintergarten mit einer Feuerstelle in der Mitte. Sehr gemütlich. Durch die großen Glasfenster hatte man außerdem einen einwandfreien Blick auf die Sonne. Oder hätte gehabt. Wenn es nicht so sehr geschneit hätte. Trotzdem: gut gemeint und lieb gemacht, außerdem zwei Krapfen umsonst. Herz, was willst du mehr!



Endlich legal: Nach drei Wochen ist es mir tatsächlich gelungen, mich zu einem Besuch bei der Polizei aufzuraffen, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Ich besitze nun ein angenehm offiziell aussehendes Stück Papier mit einem Stempel, auf dem steht, dass ich mich bis zu sechs Monaten in Norwegen aufhalten darf. Somit bin ich nun auch der Bürokratie in diesem Lande willkommen. Ein gutes Gefühl.

Das Wetter: Bisher hatten wir hier ja verhältnismäßig viel Glück mit dem Wetter. Aber am Dienstagnachmittag hatten wir einen ziemlich ausgewachsenen Sturm, inklusive Warnung von unserer Koordinatorin, das Haus besser nicht zu verlassen. Es war auch wirklich nicht sehr einladend draußen. Trotzdem habe ich mich raus gewagt um, todesmutig dem Sturme trotzend, meine Wäsche waschen zu gehen. Das Haus mit den Waschmaschinen ist eigentlich kaum hundert Meter entfernt, aber ich war trotzdem froh, als ich es jeweils wieder nach drinnen geschafft hatte. Es hat schon ganz ordentlich geweht.
Ansonsten ist es hier inzwischen auch nicht mehr ganz so kuschelig warm wie noch letzte Woche. Tatsächlich nähern wir uns im Moment beängstigend schnell der Minus-Fünfzehn-Grad-Marke. Nur Schnee haben wir immer noch nicht wirklich. Aber wir warten geduldig...

Und schon war es das wieder. Mehr Informationen in Kürze. Liebe Grüße an euch alle!

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