So, es ist soweit. Wer es jetzt noch abstreitet, ist unrettbar weltfremd: das Ende ist nah! Mein Erasmus-Semester ist in etwas mehr als 24 Stunden vorbei. Soeben habe ich die Schlacht gegen meinen Koffer und die Unmengen Kram in meinem Zimmer gewonnen. (Wem um Himmels Willen gehört das ganze Zeug bloß – das kann unmöglich alles meins sein!). Mit Mühe habe ich das Koffer-Monster durch halb Tromsö gezerrt um meine letzte Nacht hier bei Nona zu verbringen. Mein frischgeputztes Zimmer blitzt und blinkt nämlich dermaßen, dass ich unmöglich noch eine Nacht dort hätte verbringen können. Ich wäre vermutlich erblindet.
Ich weiß nicht wie, aber ich habe es tatsächlich geschafft, ein halbes Jahr meines Lebens in einen einzigen Koffer zu zwängen – ob der auch unter zwanzig Kilo wiegt, wird sich erweisen, wenn Berni nachher mit der Kofferwaage kommt.
Nun aber erstmal ein kleines Update, wie wir überhaupt bis hierhin gekommen sind. Denn natürlich war ich die letzten Tage keineswegs untätig!
Fjellheisen: Zum Abschied und diesmal zu Fuß bin ich ein letztes Mal auf dem Fjellheisen gewesen. Berni, Nona, Balu, Maria und ich haben uns mit reiner Körperkraft bis nach oben zur Bergstation der Gondelbahn gearbeitet. Oben sind wir dann eine Runde stolz auf uns gewesen und anschließend mit der Gondel wieder runtergefahren. Man muss es ja nicht übertreiben!
Extrem-Grillfest:
Fertig gewandert habend haben wir uns mit einigen weiteren Leuten zu einer kleinen Grillerei zusammengefunden. Beachtet den Zeitstempel auf dem Foto: man schrieb den 12. Juni! Als wir genug gefroren hatten, sind wir dann auch irgendwann ins Haus und haben noch ein Video angemacht. Nicht weniger gesellig, aber deutlich wärmer!
Hellatur: Jedes Jahr unternehmen die vielen verdienten Freiwilligen des Driv eine Jahresabschlussfahrt zu einem hübschen kleinen Ort auf Kvalöya. In Hella gibt es einen Strand, mehrere Grillplätze und sonst nicht viel. Hierhin fliegen die Freiwilligen aus und verbringen einen ganzen Nachmittag damit, herumzusitzen, zu grillen und den vielen Gratis-Alkohol zu vernichten, den es zur Belohnung für ein weiteres Jahr erfolgreicher Driv-Arbeit gibt.
Weil im Driv scheinbar nichts ohne Verkleidungszwang geht, wird von jedem erwartet, dass er sich für den Anlass besonders in Schale wirft. Damit die Auswahl nicht so schwerfällt, wird ein Thema vorgegeben. Dieses Jahr: „Legenden“. Neben Audrey Hepburn waren deshalb unter anderem ein Zwerg, Bob Dylan und Thor anwesend.
Ich persönlich habe den klassischen Ansatz gewählt und mich als Amazone verkleidet. Nona und mir ist in mehrstündiger Arbeit ein ausgefeiltes Kostüm gelungen, für das ich auch beinahe den ersten Preis abgeräumt hätte. Ich habe dann aber doch noch knapp gegen das Mädchen im selbstgenähten Ganzkörper-Drachen-Anzug verloren. Pech eben. So sah ich aus:
Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie schwer mir der Abschied unter diesen Bedingungen fällt. Dass meine Freunde allesamt noch länger hierbleiben, macht die Sache nicht besser. Es tut mir in der Seele weh, die besonderen Menschen, die ich hier kennengelernt habe, zurückzulassen. Zum Glück kommt aber keiner von uns vom Mond, so dass wir auf ein Wiedersehen hoffen dürfen. Und Apropos Wiedersehen: auf euch alle freu ich mich natürlich ganz unwahrscheinlich!
Danke an alle, die mich nicht vergessen haben, die fleißig mein Blog gelesen und E-Mails geschrieben haben, die an mich gedacht und die angerufen haben, und natürlich auch an meine neuen Lieblingsmenschen hier. Danke, dass ihr diese Zeit zu etwas so Besonderem gemacht habt. Ich grüße euch und bleibe, ab morgen wieder in Deutschland, eure Anna.
Das Outfit ist der Wahnsinn! Ich plädiere dafür, dass du das immer trägst! Allerdings müsstest du natürlich die Kulisse mit dir rumtragen und einen Stock, um dir die ganzen Männer vom Hals zu halten.
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