Besuch, Teil 2: Wie geplant habe ich mit Stefan, Tobi und Do nach deren Rückkehr von den Lofoten eine der größten Inseln Norwegens besucht. Ehrgeizig wie immer haben wir uns vorgenommen, möglichst ganz Senja in einem Tag zu schaffen, und das meiste haben wir tatsächlich auch geschafft.
Dank Tobi, der eine ausgefuchste Route zu den schönsten Sehenswüdigkeiten ausgearbeitet hatte und Dank des fantastischen Wetters hatten wir einen wunderschönen Tag mit Wandern, Sonnenbaden und ganz viel Schauen. Unser dringender Wunsch, einen Elch zu sehen, blieb zwar leider unerfüllt, aber auch so war es einer der beeindruckendsten Ausflüge, die ich hier gemacht habe.
Weiterhin haben wir mit dem Fjellheisen das klassische Urlauber-Pflichtprogramm erfüllt, haben die Innenstadt shoppingmäßig abgearbeitet und zum krönenden Abschluss Nonas "endlich mal eine Party mit vernünftiger Musik, zu der man auch tanzen kann"-Party besucht. Alles zusammen ein sehr gelungener Besuch!
Nationalfeiertag: Ja, auch die Norweger haben sowas! Und im Gegensatz zu den Deutschen feiern sie den auch richtig. Wer hat, wirft sich in seine traditionelle Tracht, wer nicht hat zumindest in einen Anzug beziehungsweise ein Kleid. Dann begibt man sich in die Innenstadt, wo unter dem Jubel der Massen und mit reichlich Fähnchenschwenken erst der Umzug der Grundschulkinder, dann der Zug der Abiturienten und schließlich die Parade der Vereine stattfindet.
Anders als die Amerikaner verbreiten die Norweger an ihrem Vaterlandsgeburtstag keinen unangenehmen Chauvinismus sondern sind einfach einen ganzen Tag lang aufrichtig froh und ehrlich begeistert, Norweger zu sein. Deshalb ist es auch für ausländische Besucher leicht, sich von der Begeisterung anstecken zu lassen und hopsend vor Freude am Straßenrand zu weilen.
Die Uni: Meine Veranstaltungen sind seit dieser Woche endgültig zu Ende. Die armen Menschen aus meinem Semester treten nun in die Endphase ihrer Prüfungsvorbereitung für das garstige Endexamen Anfang Juni, aber da die hiesige Prüfungsordnung meine Teilnahme daran nunmal ausschließt, bin ich gezwungen, meine viele freie Zeit mit gemeinsamen Kochabenden mit meinen Freunden, importiertem Alkohol und großflächigem Unsinn zu vertreiben.
Wie so oft wenn man sich an einen Zustand gewöhnt und denkt, von mir aus könnte das jetzt für immer so weitergehen, winkt leider schon das Ende hämisch grinsend aus der nicht mehr ganz so weit entfernten Ferne. Es sind nur noch etwas über drei Wochen, bevor ich meine endgültige Heimreise in mein altes Leben antrete. Und obwohl ich mich freue, auf die Menschen, auf meine Wohnung, auf meinen Kram, auf Erlangen, bin ich tieftraurig bei dem Gedanken, alles was und alle die ich hier liebgewonnen habe, einfach so zurücklassen zu müssen. Aber weil Verdrängung siegt und weil es dumm wäre, sich die letzten Wochen hier verderben zu lassen, machen wir einfach weiter wie bisher. Ans Ende denken wir zuletzt.
Verdrängung obsiegt! Zudem: wer Pläne hat,dem graut vor nichts :D
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